Der VIX schloss am 14. Mai bei 17,99. Das ist nach jedem historischen Maßstab ein Niedrig-Volatilitätswert. Das Problem ist der makroökonomische Kontext: CPI bei +3,8 % im Jahresvergleich, PPI bei +1,4 % gegenüber einer Prognose von 0,5 %, vier Gegenstimmen bei der letzten Fed-Abstimmung — die höchste Anzahl seit 1992 — und CME-Daten, die zeigen, dass Händler eine 30 %ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Jahresende einpreisen.
Ein VIX bei 18 in diesem Umfeld ist keine Selbstzufriedenheit. Es ist eine Fehlbepreisung.
Warum VIX und Inflation in entgegengesetzte Richtungen laufen
Die aktuelle Divergenz hat eine mechanische Erklärung: Die KI- und Tech-Rally unterdrückt die realisierte Volatilität des S&P, was wiederum den VIX niedrig hält, selbst wenn sich Makrorisiken ansammeln.
Die 30 %-Zinserhöhungswahrscheinlichkeit ist der Trade
Ich habe letzte Woche Tail-Risk-Put-Positionen aufgebaut — 1,5 % des Portfolios — und ziele auf das Szenario ab, in dem die Fed eine Zinserhöhung auf der September- oder November-Sitzung ankündigt. In diesem Szenario bewegt sich der VIX schnell von 18 auf 30+.
— Ruslan Averin, averin.com
