7.444,25 Punkte. So schloss der S&P 500 am 14. Mai 2026 — ein neues Allzeithoch. Gleichzeitig schloss der Dow Jones bei 49.693, einem Rückgang von 0,14 %. Der Nasdaq stieg um 1,2 % auf 26.402. Drei große Indizes, drei völlig unterschiedliche Geschichten an einem einzigen Handelstag.
Die Zahl, die die Divergenz erklärt, ist nicht das Indexniveau — es ist der April-PPI, der bei +1,4 % hereinkam gegenüber einer Konsensschätzung von 0,5 %. Das ist die größte Abweichung beim Erzeugerpreisindex seit März 2022.
Warum PPI +1,4 % die Kalkulation verändert
Der Erzeugerpreisindex misst die Inflation am Fabriktor — Kosten, die Unternehmen tragen, bevor sie den Verbraucher erreichen. Wenn der PPI die Prognose um fast das Dreifache übertrifft, signalisiert das eines von zwei Dingen: Entweder schrumpfen die Margen, weil Unternehmen die Kosten schlucken, oder der CPI folgt dem PPI mit Verzögerung nach oben.
Beide Ergebnisse sind negativ für zinssensitive Anlagen. Industrie und Finanzwerte — mit hohem Gewicht im Dow — gaben auf dieser Grundlage nach. Der Rückgang des Dow um 0,14 % an einem Tag, an dem der S&P ein Allzeithoch erreichte, ist ein klares Signal für Sektorrotation, nicht für breites Marktvertrauen.
Ich behalte meine S&P-Position, die ich vor zwei Wochen beim Rücksetzer aufgestockt hatte. Der Trend ist intakt. Aber ich kaufe nicht weiter auf diesen Niveaus nach, denn das makroökonomische Umfeld — CPI 3,8 %, PPI 1,4 %, vier Gegenstimmen bei der letzten Fed-Abstimmung — birgt das Risiko, dass der nächste Inflationsdruck in die falsche Richtung geht.
— Ruslan Averin, averin.com
