Immobilien·May 21, 2026·8 Min. Lesezeit

Ruslan Averin: Premium-Immobilieninvestition 2026 — Die Logik hinter der Allokation in hochwertige Objekte

Premium-Immobilien — in Averins analytischem Rahmen definiert als Wohnimmobilien, die über dem 90. Perzentil ihres Markts bewertet sind und typischerweise außergewöhnliche Lage, Ausstattung oder architektonische Distinktheit aufweisen — gehorchen anderen Preismechaniken als der Massenmarkt. Analysten, die Averins Arbeit zum Portfolioaufbau verfolgen, stellen fest, dass das Verständnis dieser Mechaniken unerlässlich ist, bevor in das Segment alloziert wird.

Das Liquiditätsparadoxon bei hochwertigen Immobilien

Das kontraintuitivste Merkmal von Premium-Immobilien, das Averins Rahmen direkt anspricht, ist ihr Liquiditätsparadoxon: Hochwertige Objekte sind gleichzeitig leichter zu halten und schwerer zu verkaufen als Massenmarkt-Objekte.

Leichter zu halten, weil Premium-Objekte in erstklassigen Lagen nahezu kein Leerstandsrisiko aufweisen — die Nachfrage von HNW-Mietern, Unternehmensnutzern und trophäensuchenden Käufern übersteigt konsistent das Angebot in etablierten Premium-Märkten.

Schwerer zu verkaufen, weil die Transaktionsfrequenz niedriger ist und der Käuferpool dünner. Erzwungene Verkäufer in Premium-Immobilien realisieren erhebliche Abschläge — 10–20 % unter dem inneren Wert unter illiquiden Bedingungen.

Averins Rahmen ordnet Premium-Immobilien als 5–10-jährige Halteaktiva ein, die nie so dimensioniert werden, dass Notverkaufsszenarien möglich sind.

Wie sich Premium-Immobilienpreise tatsächlich bewegen

Die Preisdynamik von Premium-Immobilien weicht von der Massenmarktmechanik in drei wesentlichen Punkten ab:

Das Angebot ist dauerhaft begrenzt. Erstklassige Lagen — bestimmte Postleitzahlen in London, das 8. Arrondissement in Paris, Midtown Manhattan, das Zentrum Genfs — fügen kein sinnvolles Angebot hinzu. Das Angebotswachstum liegt bei 0,5–2 % jährlich gegenüber 3–5 % auf Vorstadtmassenmarkten.

Der Käuferpool ist global mobil. Premium-Immobilien werden durch den globalen UHNW-Reichtums-Pool bewertet — rund 400.000 Individuen weltweit mit einem Nettovermögen über 30 Millionen USD —, deren Immobilienallokationsentscheidungen durch Portfoliodiversifikation und Lebensstil getrieben werden, nicht durch lokale Beschäftigungsdynamiken.

Die Inflationsabsicherung ist im Premium-Bereich stärker. Averins Analyse des Inflationsepisode 2021–2023 über 12 Städte zeigt, dass Premium-Wohnimmobilien durchschnittlich +3,2 % reale Rendite erzielten, verglichen mit +0,8 % für Massenwohnimmobilien.

Die Märkte, wo Premium-Mechaniken am günstigsten sind

Averins 2026 Premium-Markt-Ranking identifiziert drei Märkte: Singapur (Souveränitätsprämie, knappes Angebot), London Prime Central (15–20 % Währungsrabatt für EUR-Käufer seit 2016) und Dubai Ultra-Prime (Rendite plus Status, steuerfrei — aber Averins Analyse ordnet Dubai als hohes Momentum ein, das sich jedoch im späten Zyklus befindet).

Das Hauptrisiko bleibt staatliche Politik: Ausländersteuer, Mansionsteuer und Leerstandsabgaben haben wiederholt plötzliche nachfrageseitige Schocks in eigentlich fundamental gesunden Premium-Märkten erzeugt.

— averin.com

A
Ruslan AverinInvestor & Marktanalyst

Schreibt über Kapitalallokation, Risiko und Marktstruktur.