Optionen·May 19, 2026·7 Min. Lesezeit

51 Berichte an einem Tag: Wie man Optionen rund um die Catalyst-Woche vom 21. Mai handelt

Price · 12MYahoo Finance ↗

Am 21. Mai 2026 veröffentlichen 51 Unternehmen ihre Quartalsergebnisse — der intensivste Einzeltag einer Woche, in der täglich 34 bis 51 Unternehmen berichten. Wenn so viele binäre Ereignisse in fünf Handelssitzungen gepackt sind, wird der Optionsmarkt zu einem völlig anderen Tier. Ich erkläre meinen Ansatz.

Der VIX-Kontext: Niedrige Volatilität, hohe Fehlerkosten

VIX liegt bei 18. Das ist nach aktuellen Maßstäben "ruhig" — weit unterhalb der 25+-Niveaus aus dem VIX-Spike früher in diesem Jahr. Aber hier ist die Nuance: Die implizite Volatilität einzelner Aktien rund um Earnings kann hoch sein, auch wenn der Markt-VIX niedrig ist. Eine Aktie mit einem IV-Rang von 80% vor Earnings ist teuer — unabhängig vom VIX-Level.

IV Crush: Die Steuer auf Rechthaberei

Vor Earnings raffen Market Maker die implizite Volatilität auf, um das binäre Ergebnisrisiko einzupreisen. Die IV einer Aktie kann in der Woche vor Earnings von 40% auf 80% steigen. Dann kommen die Ergebnisse: Die Unsicherheit ist aufgelöst, die Risikoprämie verdampft. Die IV kollabiert — oft innerhalb von Minuten.

Ergebnis: Optionen verlieren 40-60% ihres Werts nach Earnings, selbst wenn die Aktie in die erwartete Richtung läuft. Deshalb ist "Optionen vor Earnings kaufen" keine automatisch gute Strategie.

Die wichtigsten Namen dieser Woche

Nvidia (NVDA) ist der Mittelpunkt der Catalyst-Woche. Die IV auf NVDA-Optionen ist erhöht. Die Frage ist nicht, ob sie schlagen — sondern ob sie genug schlagen, um die eingepreiste Bewegung zu rechtfertigen.

Target berichtet vor dem Hintergrund der Konsumgüterschäche (XRT -6% diese Woche).

Palo Alto Networks — Cybersicherheits-Bellwether. IV-Rang erhöht; guter Kandidat für Prämienverkauf.

Snowflake — Cloud-Datenanalyse. Nicht geeignet für Prämienverkauf — die Tails sind fett.

Mein Spielplan

Straddles — nur auf Namen mit IV-Rang unter 50%, wo die erwartete Bewegung deutlich über der eingepreisten liegt.

Iron Condors — auf Namen mit IV-Rang über 70%, stabilem Fundamentalprofil und enger Post-Earnings-Bewegungshistorie. Prämienverkäufer haben einen strukturellen Vorteil.

Calendar Spread auf NVDA — meine Überzeugungsposition: Ich verkaufe einen NVDA-Call mit Verfall 23. Mai (zwei Tage nach Earnings) und kaufe einen Call mit Verfall 20. Juni, gleicher Strike nahe dem aktuellen Kurs. Der Mai-Call erfährt maximalen IV Crush nach Earnings. Positionsgröße: 2-3% des Portfolios.

Prämienverkauf bei IV-Rang über 70 — Credit Spreads statt nackter Optionen. Gewinnmitnahme bei 50% des Maximalgewinns.

Die Woche schafft Chancen und Risiken gleichermaßen. Ich bleibe mit kleinen Positionen und lasse den NVDA Calendar Spread arbeiten.

— Ruslan Averin, averin.com

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Ruslan AverinInvestor & Marktanalyst

Schreibt über Kapitalallokation, Risiko und Marktstruktur.